<> Symptome der Nebennierenschwäche | Adrenal-Fatigue

Symptome der Nebennierenschwäche

Die Nebennierenschwäche (Adrenal Fatigue, Hypoadrenia) ist ein Zustand erschöpfter Nebennieren. Daraus resultiert eine zu geringe Produktion an Hormonen und dadurch eine geringe metabolische Energie (Erschöpfung, Burnout, etc.). Vor allem das Stresshormon Cortisol steht hierbei im Vordergrund, aber auch Adrenalin und Noradrenalin werden von den Nebennieren produziert. Durch den Ansatz einer ganzheitlichen Therapie kann man den Wiederaufbau der Nebennieren unterstützen und die ursprüngliche Funktion wiederherstellen. Auch  Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) können unter zu schwachen Nebennieren leiden, da sich beide Organe mit ihrem Stoffwechsel gegenseitig beeinflussen. Mit einer adäquaten Unterstützung des Organismus ist es möglich die Organe zu regenerieren. Erschöpfte Nebennieren können folgende Symptome auslösen:

Symptome der Nebennierenschwäche

  • niedriger Blutzucker / Hypoglykämie
  • chronische Müdigkeit  / Energiemangel
  • geringe Stresstoleranz
  • niedrige Körpertemperatur / Frieren
  • Gehirnnebel / schlechte Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis
  • geringe Energie / Müdigkeit
  • Depressionen / Ängstlichkeit
  • Bindegewebsschwäche / schlechte Wundheilung
  • Immunstörungen / Allergien / wiederkehrende Infektionen
  • nicht Zunehmen oder nicht Abnehmen können
  • geringe Libido
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom / Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome)
  • Verdauungsstörungen
  • Reaktion auf Inhalantien
  • Schwindel bei schnellem Aufstehen
  • starke morgendliche Anlaufschwierigkeiten
  • Verlangen nach salzigen, fetten oder proteinreichen Lebensmitteln (Käse, Fleisch)
  • benötigt Kaffee oder Stimulantien um Morgens in Gang zu kommen
  • Energiemangel am Morgen und Nachmittags (15-17 Uhr)
  • kurzzeitige Besserung nach Mahlzeiten
  • Besserung wenn Stress nachläßt, z.B. Urlaub
  • Tendenz zum Zittern unter Druck

 

... können Anzeichen einer Nebennierenschwäche (Adrenal Fatigue) sein.

Eine ausgeprägte Nebennierenschwäche kann unter Umständen auch am chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) und multipler Chemikalienunverträglichkeit (MCS) beteiligt sein. 'Leichtere' Stadien können mit Autoimmunkrankheiten, Allergien, Schlafstörungen, milden Depressionen, Burn-Out, Gelenkschmerzen, Fibromyalgie oder wiederkehrende Infektionen (schwaches Immunsystem) assoziiert sein.

 

Habe ich eine Nebennierenschwäche?

Falls Du den Verdacht hast unter einer Nebennierenschwäche zu leiden, kannst Du diesen Nebennierenschwäche-Test durchgehen, um zu erkennen wie stark eventuell das hormonelle Ungleichgewicht ausgeprägt ist. Häufige Probleme sind schlechter Schlaf, unerholsamer Schlaf, starke morgendliche Anlaufschwierigkeiten, Probleme wach zu werden, häufige (extreme) Erschöpfung, trockene Haut, Konzentrationsschwierigkeiten, niedrige Körpertemperatur und Probleme sich aufzuwärmen.

Konnte Dir bis jetzt niemand dabei helfen Deine Beschwerden zu beseitigen und keine körperlichen Ursachen diagnostiziert werden? Dann nimm Deine Gesundheit in die eigenen Hände und beginne Deine stoffwechselbedingte Energie zu steigern. Häufig ist eine schlechte Funktion der Schilddrüse und/oder der Nebennieren für die niedrige Energie verantwortlich. Um sie zu steigern sollten die zugrundeliegenden Probleme angegangen werden. Manchmal ist auch ein Ungleichgewicht an Östrogen und Progesteron bei Frauen und Testosteron bei Männern die Ursache. Wenn die ursprüngliche Energie wieder zur Verfügung steht, besitzt der Körper die Kraft sich selbst zu heilen.

 

Symptome der Nebennierenschwäche nach Organen

Viele dieser unspezifischen Symptome können dieselbe Ursache besitzen:

Allgemein niedrige Körpertemperatur, Kälte, niedrige Energie oder Müdigkeit, Gewichtsprobleme (nicht Abnehmen oder Zunehmen können), langsame Wundheilung.
Gehirn Depressionen, Ängstlichkeit, schlechtes Gedächtnis, Konzentration, Schlafstörungen.
Immunsystem Unter- oder Überreaktionen, häufige Infektionen (Haut, Nebenhöhlen, Blase, Darm, Pilzinfektionen, etc.), Allergien, Autoimmunkrankheiten.
Muskeln Muskelschwäche, Fibromyalgie (Muskel- oder Gelenkschmerzen), sich wiederholende Verletzungen und Karpaltunnel Syndrom, Schwaches Bindegewebe (Bänder, Knochen etc.), Kopfschmerzen
Libido Mangel an Libido und Verlust der Funktion, Menstruationsstörungen, Unfruchtbarkeit
Gefäße niedriger Blutdruck, hoher Blutdruck, Morbus Raynaud
Darm Verstopfungen, Blähungen, Verdauungsstörungen, Reizdarm
Nervensystem

Taubheit der Hände oder Füße (symmetrisch), schwache Sinne z.B. Sehen, Schmecken, Riechen

Haut trocken, Akne, Blässe
Haare Haarausfall, dünn, strohig, trocken oder fettig

 

 

Dies sind vor allem Symptome, wie sie bei einer reinen Nebennierenschwäche auftreten können. Dazu gehört ein blasses Erscheinungsbild, volle Augenbrauen, Probleme Gewicht zuzulegen (wenn schwerwiegend) oder Schwierigkeiten abzunehmen (wenn moderat). Die Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion können ähnlich sein. Bei einer reinen Hypothyreose zeigt sich allerdings vor allem eine rötliche Gesichtsfarbe, Ausdünnung der äußeren Augenbrauen, schnelle Gewichtszunahme, Depressionen, Trägheit / Schwerfälligkeit, übermäßiges Schlafen, hoher Blutdruck und erhöhte Infektanfälligkeit. Oft besteht jedoch eine Mischform aus Nebennierenschwäche und Schilddrüsenunterfunktion und daher eine gemischte Beschwerdelage. Um herauszufinden, welche Situation bei Dir wahrscheinlich besteht, kannst Du Dir die Vergleichstabelle der Symptome anschauen und die verschiedenen Tools nutzen die hier zusammengestellt sind.

Es kommt häufig vor, dass Ärzte eine Schilddrüsenunterfunktion mit einer Hormonsubstitution (T4 und / oder T3) behandeln, ohne vorher den Status der Nebennieren zu checken. Sollten diese sich in einem schwachen Zustand befinden ist es wahrscheinlich das die Medikation wenig oder gar keinen Erfolg erzielt. Es ist sogar möglich, dass durch eine kontinuierliche Erhöhung der Dosis eine Überlastung der Energieregulation erfolgt, deren Folgen die Nebennieren auf Dauer nicht mehr handhaben können und weiter abschalten. Möglicherweise erschöpfen sich dadurch die Nebennieren und die Symptome geringer Energie kehren zurück.

Nebennierenschwäche bei Frauen

Bei Frauen gibt es eine enge Beziehung zwischen den Eierstöcken, den Nebennieren und der Schilddrüse. Wenn ein Organ z.B. durch Medikamente behandelt wird, kann es dazu führen, dass ein anderes unbemerkt ebenfalls beeinflusst wird. Wenn beispielsweise Schilddrüsenhormone gegeben werde, kann das zu Störungen der Menstruation (Eierstöcke) oder einer herabgesetzten Stresstoleranz (Nebennieren) führen.

Es kommt auch häufig vor, dass bei einer Nebennierenschwäche Hormone nicht mehr effektiv arbeiten. Die wenigsten Hormone wirken optimal bei einer ausgeprägten Nebennierenschwäche. Etliche Hormone wie Insulin, Progesteron, Östrogen und Testosteron können dabei betroffen sein.

Einige daraus resultierende Symptome können sein: unregelmäßiger Blutdruck, starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels, zeitweise Ängstlichkeit oder bipolare Störungen (manisch-depressive Störung) und eine unregelmäßige Menstruation.

Eierstöcke und Nebennierenschwäche

Bei Frauen tritt eine Nebennierenschwäche oft in ihren 30er oder frühen 40er Jahren auf, meist durch einen stressigen Lebensstil. Am Anfang produzieren die Nebennieren noch verstärkt Cortisol, um dem Stress begegnen zu können. Wenn jedoch zuviel Cortisol produziert wird, hat das auch negative Effekte. Zum Beispiel blockiert Cortisol Progesteron-Rezeptoren, die dadurch weniger effektiv auf Progesterone reagieren können. Die Produktion von Progesteron, das auch von den Nebennieren gebildet werden kann, kommt zugunsten des Cortisols zum Erliegen.

Wird nicht genügend Progesteron gebildet, führt dies zu einem Ungleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen. Gibt es jedoch zu wenig Progesteron, um den Östrogen-Effekt aufzuheben, führt dies zu einer Reihe unangenehmer Nebeneffekte. Dieser Zustand ist auch als Östrogendominanz bekannt. Es ist kein Zufall, dass sich Symptome wie PMS, Myome und Beschwerden der Prämenopause häufen, wenn Frauen in ihren mid-30er und 40er Jahren sind.

Es ist interessant anzumerken, das die meisten Frauen die Haarausfall zu beklagen haben, Probleme mit den Nebennieren haben. Haarausfall ist ein Anzeichen von zu viel Androgenen. Manche Frauen bilden zu viel Androstendion, das in Estron und Testosteron umgewandelt wird. Testosteron wird wiederum in DHT umgewandelt, die potentere Form des Testosteron, das zu vermehrtem Haarausfall führt. Um diesen Effekt aufzuheben, kann Estriol verschrieben werden.

Jeder Versuch das Hormongleichgewicht wieder herzustellen sollte damit beginnen, die Nebenierenschwäche zu beseitigen. Die Nebennieren sollten so weit es geht normalisiert werden, bevor Hormone beinflußt werden. Nur Hormone zu ersetzen, ohne eine Nebennierenschwäche zu beachten ist auf lange Sicht meist ineffektiv.

Antidepressiva, Schilddrüsenhormone und andere Hormone der Eierstöcke verstärken meist das Ungleichgewicht weiter. Der Östrogenersatz wird meist ineffektiv und die Symptome der Östrogendominanz (Hitzewallungen, Gewichtszunahme um die Hüfte, Wasserretention, Launenhaftigkeit) werden trotz genügeng hohem Östrogenspiegel beobachtet.

Ursachen niedriger Stoffwechselenergie (Nebennierenschwäche)

Einem schlechten Energiestatus des Körpers können unterschiedliche Belastungen (Stress) zu Grunde liegen. Für jeden Prozess im Körper wird eine bestimmte Menge Energie benötigt die er in den Zellen (Mitochondrien) aus der Nahrung gewinnt. Zucker, Fette, Proteine etc. werden durch Enzyme in verschiedenen Stoffwechselschritten in ATP (Adenosintriphosphat) umgewandelt. In dieser Form wird es von allen Organen, wie z.B. dem Gehirn, dem Verdauungsapparat oder auch dem Immunsystem für ihre normale Funktion benötigt. Wenn zu wenig ATP vorhanden ist um alle Vorgänge optimal zu bedienen, stellen sich Beschwerden ein, die bei jedem individuell verschieden sein können (schlechte Konzentration, Verdauungsprobleme oder das Aufrechterhalten der Körpertemperatur). Eine niedrige Temperatur spiegelt meist ein niedriges stoffwechselbedingtes Energieniveau wieder. Menschen mit Adrenal Fatigue haben meist eine niedrige, schwankende Körpertemperatur.

Neben einer schwachen Funktion der Nebennieren oder der Schilddrüse spielen manchmal noch andere Faktoren eine Rolle. Chemische Belastung (Toxine, Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Arsen etc.), unzureichende Ernährung und Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen oder Viren oder Autoimmunerkrankungen können die Enzymaktivitäten innerhalb der Mitochondrien und somit die Energiegewinnung einschränken. Weiterhin kann ein Hormonungleichgewicht (Östrogen, Progesteron, Testosteron, Wachstumshormon) wie eine Östrogendominanz oder eine strenge, kalorienarme Diät solche Probleme verursachen. In vielen Fällen handelt es sich aber um unzureichende Funktionen der Nebennieren (Nebennierenschwäche) und/oder der Schilddrüse.

Eine normale Reaktion auf Stress besteht in einer adäquaten Antwort der Nebennieren. Sie passen sich an die jeweilige Situation an und setzten die benötigten Mengen Stresshormone frei. Stress ist dabei jede Veränderung die eine Anpassung des Organismus bedarf. Dazu gehören z.B. Temperaturschwankungen, Regen, Kälte (also klimatische Bedingungen), Ernährungsumstellung, Medikamente und alles was unser Überleben unser Wohlbefinden und unsere Sicherheit bedroht. Daher zählt zu Stress auch Infektionen (z.B. bei Borreliose ist meist auch eine Nebennierenschwäche vorhanden), ein Mangel Schlaf und sogar ein Mangel an Liebe. Dagegen hilft den Nebennieren alles was dem entgegensteht, also Ruhe, Schlaf, Freude, gute Ernährung (vor allem Proteine), Sicherheit, Stabilität und Wohlbefinden. 

Lerne in wieweit Dein Stoffwechsel beeinträchtigt sein kann und wie Du Deinen Körper dabei unterstützt zu einem optimalen Gleichgewicht zurückzukehren und das Energieleck schließt. -> Krankheitsverlauf der Nebennierenschwäche -> Diagnose der Nebennierenschwäche -> Behandlung der Nebennierenschwäche